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Schlagworte: texte

Textgedächtnis gesucht

Ich brauche einen neuen Internetdienst. Also fast wie bookmarking, aber anders. Was ich will, ist letztlich: Alle Artikel, alle Texte, die ich im Netz lese, am besten auch noch unabhängig vom Datenformat (Webseite, PDF, …) sollen per Bookmarklet in eine Datenbank überführt werden, die URL, Titel und vollständigen Inhalt aufnimmt, damit auch eine Volltextsuche möglich ist. Außerdem muss ich taggen können und am allerschönsten wäre es, wenn es eine Android App geben würde, die sich in das „Share this“-Menü einklinkt. Oder halt irgendwie anders Items auch per Smartphone unkompliziert eintragen lässt. nahezu perfekt wäre das ganze, wenn das Tool auch RSS auslesen könnte. Dann könnte ich das einfach mit meinem Shared-Items-Feed aus dem Reader füttern und müsste schon mal nicht alle Artikel von dort extra in einem neuen Tab öffnen und dann erst auf das Bookmarklet klicken.

Das Problem ist nämlich, dass es mir immer häufiger passiert, dass ich mich an etwas Gelesenes erinnere – im Gespräch, beim Lesen von anderen Dingen, beim Bloggen, usw. – an einen klugen Gedanken, eine schöne Argumentation, an Hintergrundinformationen zu einem Thema, die ich nicht auf die Schnelle ergooglen könnte; und dann, DANN! nicht mehr weiß, wo ich das von wem gelesen habe.

Der Link hält das Web zusammen, aber wer hält mir meine Erinnerung zusammen? Der Google Reader war meine erste Idee, um diese Aufgabe zu übernehmen. Doch das geht nicht, weil das einzige Bookmarklet, was der anbietet „Kommentar in Reader“ ist. Damit Gespeichertes wandert in meine Shared-Items-Liste und da will ich diese Datenbank nicht haben. Denn der zugehörige Feed wandert in meinen Twitteraccount und ich will nicht alles, was ich jemals lese auch twittern, vulgo: empfehlen. Manchmal stellt sich ja auch erst in einem bestimmten neuen Kontext, vielleicht Monate nach dem erstmaligen Lesen, der Nutzen eines Textes heraus.

Klassische Social-Bookmarking-Dienste gehen auch nicht (bei mir ist es Mister Wong), weil ich da keine Volltextsuche habe und auch inhaltlich eher andere Dinge dort speichere, nämlich Sachen, die ich öfter mal nachschlagen will. Das funktioniert für mich mehr als Lexikon mit Branchentelefonbuch oder so ähnlich. Jedenfalls sind die mangelnde Volltextsuche und die Tatsache, dass ich mir im Augenblick des Speicherns überlegen muss, durch welche Schlüsselwörter ich den Eintrag wiederfinden will, die Eigenschaften, die das unbrauchbar für meinen Zweck macht.

Jetzt bin ich über Diigo gestolpert. Ich weiß noch nicht, ob das was für mich ist, weil ich es noch nicht ausprobiert habe. Das Problem ist, das wesentliche Feature Volltextsuche (ich wiederhole mich) ist nicht in der Gratisversion enthalten. 20$ im Jahr ist wirklich nicht viel und ich würde mir überlegen, das zu investieren, falls der Dienst exakt das tut, was ich will, aber das weiß ich ja eben noch nicht und ausprobieren kann ich es vorher nicht, weil das Ding als Gratis-Tryout halt nicht so funktioniert, wie ich es nutzen will. Da muss ich wohl noch etwas rumlesen oder halt eben was anderes finden.

Oder versuchen, so ein Ding selbst zu schreiben.

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