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Schlagworte: rhetorik

Ist Wahrscheinlichkeit ein Argument?

Mir ist dieser Tage aufgefallen, dass die Gegner von Atomkraftwerken (wir) damit argumentieren, wie grauenvoll die Folgen bei einem Unfall sind. Die Befürworter auf der anderen Seite führen an, dass die Wahrscheinlichkeit für so ein Szenario verschwindend gering, wenn auch vorhanden ist; 100%ige Sicherheit habe man aber nie im Leben.

Interessanterweise verläuft die Argumentation genau anders herum, wenn es um die innere Sicherheit geht. Da rufen die Anderen nach absoluter Sicherheit und weitreichenden Kontrollen, weil die Folgen eines Anschlags potentiell viele Menschenleben kosten können. Wir dagegen sagen, dass man nun mal nicht absolut sicher sein kann, die Wahrscheinlichkeit bzw. Häufigkeit eines Anschlags sei aber eben vernachlässigbar gering.

Durch was unterscheiden sich die beiden Fälle von einander? Gibt es Faktoren oder Argumente, die viel schwerer wiegen als das Wahrscheinlichkeitsargument auf der einen und das Katastrophale-Folgen-Argument auf der anderen Seite? Ich bin noch nicht fertig damit, darüber nachzudenken. Hat jemand Ideen?

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