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Schlagworte: kultur

Die Besten der Besten der Besten!

Wegen dieses Tweets gibt es jetzt hier die einzig gültige Rangfolge der Star-Trek-Filme, den Neuesten unberücksichtigt:

1. Der erste Kontakt
They invade our space, and we fall back. They assimilate entire worlds, and we fall back. Not again. The line must be drawn here!
2. Zurück in die Gegenwart
I think he did a little too much LDS.
3. Der Aufstand
How many does it take before it becomes wrong?
4. Das unentdeckte Land
You have not experienced Shakespeare, until you have read him in the original Klingon.
5. Nemesis
Romulan ale should be illegal.
6. Der Zorn des Khan
Of all the souls I have encountered in my travels, his was the most… human.
7. Treffen der Generationen
You know, if Spock were here, he'd say that I was an irrational, illogical human being by taking on a mission like that. Sounds like fun!
8. Auf der Suche nach Mr. Spock
That green-blooded son of a bitch! It's his revenge for all those arguments he lost.
9. Am Rande des Universums
Sulu look; the suns come out, it's a miracle!
10. Star Trek: Der Film
The human adventure is just beginning.

Update: Mann, da ist mir heut Nacht doch glatt Nemesis durchgegangen. Das kommt davon, wenn man im Halbschlaf bloggt.

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Bob wusste Bescheid

Come gather round people wherever you roam
And admit that the waters around you have grown
And accept it that soon you'll be drenched to the bone
If your time to you is worth saving
Then you'd better start swimming or you'll sink like a stone
For the times, they are a changing

(Dieser Bob-Dylan-Text ist bestimmt Eigentum von Sony BMG und steht daher natürlich nicht unter CC-BY-SA)

Es entbehrt eigentlich jeden Kommentars.

Cologne Commons 2010 II - Zukunft im Buchmarkt

Am zweiten Tag der Cologne Commons gab es eine Podiumsdiskussion mit Leander Wattig und Jan Tißler über die Zukunft der Printmedien und Verlage. Dabei ging es hauptsächlich um den Buchmarkt bzw. um Buchverlage und Buchautoren.

Der Tenor war, dass Autoren sich zunehmend im Netz selbst vermarkten können (und möglicherweise müssen) und dafür nur noch bedingt Verlage brauchen. Sie sollten eine Fangemeinde aufbauen und pflegen, sie sollten sich fragen, inwiefern sie Geschäftsmodelle alternativ zum reinen Verkaufen ihrer Bücher etablieren können (Lesungen u.ä.) usw. Der Autor selbst müsse sich als "Marke" aufbauen und verkaufen.

Am Ende des Panels kam eine Frage aus dem Publikum, die letztlich darauf abzielte, was denn mit Autoren sei, die sich vielleicht nicht selbst verkaufen können, sondern sich auf ihre wahre Profession – das Schreiben – konzentrieren wollen. Ich erinnere mich leider nicht mehr an die Antworten von der Bühne. Als ich fünf Minuten später in der Pause am Kuchentisch stand, bekam ich einen Gesprächsfetzen zwischen dem Fragesteller und jemand anderem mit, der ersteren zu der Frage beglückwünschte und sagte, ihm sei die Forderung nach dem Autor als selbstgeschaffene Marke bei Wattig/Tißler deutlich zu leicht über die Lippen gegangen. Man könne das nunmal nicht so pauschal von Autoren verlangen, das könne oder wolle nicht jeder. Außerdem gäbe es ganze Genres, in denen sich niemals eine Fanbasis aufbauen ließe, die groß genug wäre, weil es sich dabei um Nischen handele.

Ich mische mich erstens ungern ungefragt in Gespräche ein, insbesondere wenn ich die Personen nicht kenne. Zweitens brauche ich oft eine Weile um Argumente richtig einzuordnen und zu überlegen, wie die Erwiderung aussehen müsste. Deshalb kommt meine Antwort auf derlei – Entschuldigung! – Gewäsch erst hier im Blog.

Selbstverständlich kann man das von Autoren verlangen! Diese steile These relativiere ich sofort wieder durch: Man kann jedenfalls von Autoren, die von ihrer Arbeit leben wollen, verlangen, dass sie sich den äußeren Gegebenheiten auf die eine oder andere Weise anpassen. Der Fehler, den Menschen, die Argumentationslinien wie die oben skizzierte fahren, begehen, ist folgender. Diese Nischenautoren, die so abgefahrenes Zeug machen, dass es auf keinen Markt trifft, der so etwas nachfragt, können auch bisher nicht von ihrer Arbeit leben. Was also ist denn jetzt so besonders für sie an der neuen Situation? Wie hoch ist denn überhaupt der Prozentsatz unter den Künstlern, die keiner profanen Tätigkeit nebenher nachgehen müssen, damit sie ihren Schaffensdrang finanzieren können? Man kann es nur immer wieder betonen: Die begrüßenswerte Tatsache allein, dass jemand sich dazu entschließt, künstlerisch-kulturell tätig zu sein, ist keine Garantie dafür, dass er dafür auch bezahlt wird. Wie soll denn das gehen?

Auftritt: die Verlage. Buchverlage nehmen klassischerweise zwei Hauptaufgaben wahr. Sie filtern die Masse an künstlerischem (d.h. literarischen) Angebot nach bestimmten Kriterien, um den Lesern die Auswahl zu erleichtern. Sie bilden damit eine zumindest theoretisch qualitätssichernde Instanz, einen Leitfaden, an dem entlang man sich als potentieller Leser zu hoffentlich hochwertigem Lesematerial hangeln kann (vor allem, wenn man die wesentlichen Kriterien bestimmter Verlage kennt). Damit ist diese erste Aufgabe ein Dienst für den Leser.

Die zweite Aufgabe ist der Dienst für den Autor. Der Verlag nimmt ihm all die Aufgaben ab, die nötig sind, um das Buch zum Leser zu bringen. Korrektur, Gestaltung, Druck, Vertrieb, Werbung usw. Das Ziel ist klar: der Autor soll sich auf das konzentrieren können, in dem er gut ist – das Schreiben.

Hier muss man kurz innehalten und sich etwas vergegenwärtigen. Die zweite Aufgabe übernimmt der Verlag erst, nachdem er die erste ausgeübt hat. Der Verlag ist zuerst Filter, dann erst Dienstleister für die Autoren, die ihm passen.

Das Schöne am Internet-Zeitalter ist nun, dass Autoren nicht mehr zwingend darauf angewiesen sind, dass ein Verlag diese ganze Arbeit für sie macht. Das bedeutet auch, dass sie nicht mehr unbedingt einen Verlag finden müssen, zu dessen Muster sie passen. Jeder kann jetzt ein Buch schreiben und es veröffentlichen, egal wie abgefahren es ist. Er kann es als eBook verkaufen oder verschenken. Er kann es mit Print-on-Demand-Diensten sogar drucken lassen in beliebig kleinen Auflagen, um sich nicht in massive Unkosten stürzen zu müssen. Das alles kann er aber nur erfolgreich tun, wenn er dem Rat von Leander Wattig und Jan Tißler (u.a.) folgt. Er kann sich nicht mehr allein auf das Schreiben konzentrieren. Er muss Kunde von sich ins Land tragen. Und die Kunden zu ihm holen.

Das bedeutet übrigens nicht, dass Verlage überflüssig werden. Denn es wird immer genug Autoren geben, die all das nicht können oder wollen. Das wird vermutlich auch eine neue Klasse von Verlagen oder verlagsähnlichen Unternehmen entstehen lassen, die sich z.B. sehr effizient auf bestimmte Bereiche des klassischen Verlagswesens konzentrieren. Print-on-Demand ist ein Vorbote dessen. Man kann sich auch vorstellen, dass jemand einen Kleinbetrieb aufmacht, der einzig und allein lektoriert. Oder einen, der aus fertig lektorierten Manuskripten Gestaltungskonzepte entwirft. Oder einen, der Promotion für eine ganz klar definierte Autorensparte anbietet. Für jeden Schritt werden sich Autoren überlegen können, was sie selbst machen und was sie anderen (gegen Entgelt) überlassen wollen. Schließlich werden sich große Verlage zunehmend darauf konzentrieren müssen, ein möglichst scharf konturiertes Profil von sich zu entwerfen und so den Lesern noch nützlicher als Filter zu sein.

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Cologne Commons 2010 I - non commercial

Dieser Artikel ist wie viele andere, die ich nach und nach hier erneut veröffentliche, schon etwas älter und erschien zuerst in meinem alten Blog. Ich kann leider die Kommentare nicht automatisch hier importieren und von Hand ist mir das zuviel Arbeit. Aber ich empfehle dringend, sie unter der verlinkten Adresse auch zu lesen. Die Diskussion war recht, ähem, erhitzt. Diskussion aber ist gerade bei diesen Themen, die unsere Gesellschaft jetzt und in den nächsten Jahren fundamental betreffen, außerordentlich wichtig. Die Kommentarspalte gehört daher zu diesem Artikel. --10.12.2011

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich letztes Wochenende bei der Cologne Commons war. Ich war damit zum ersten Mal überhaupt bei einer derartigen Konferenz (auch wenn viele andere auf der Liste stehen).

Grundsätzliche Eindrücke: Ich war überrascht, wie klein der Rahmen war. Das war nichts Negatives, es kam sehr gemütlich daher. – Der Preis war unschlagbar! – Inmitten von Köln, zwischen Mülheim und Deutz, einen Ort zu finden, zu dem man locker 15-20 Minuten gehen muss, wenn man mit dem ÖPNV kommt, ist eine große Kunst, die hoffentlich keine Nachahmer findet! – Die Vorträge, die ich gesehen habe, haben mich fast ausnahmslos gut unterhalten und interessanten Stoff zum Nachdenken geliefert.

Apropos Nachdenken. Das erste, worüber ich schreiben muss betrifft den Kern der ganzen Veranstaltung: Creative Commons Lizenzen. Dieses Blog hier steht auch unter einer: CC-BY-SA. Was mich gestört hat, war, dass es in dieser speziellen, ich sag mal einfach Szene von Künstlern/Musikern, die freie Kultur, Verschenken usw. propagieren, anscheinend vollkommen klar ist, dass man darauf zu achten habe, eine Non-Commercial-Lizenz zu wählen. Besonders Marco Medkour, aber auch andere betonten, dass es ja ziemlich blöde wäre, wenn nachher Andere von der Arbeit des Künstlers profitierten. (Update: Anscheinend habe ich Marco falsch verstanden. So eine Meinung hat er nicht artikuliert. Das ändert an meinen folgenden Argumenten und meiner Meinung jedoch nichts.) Leider hatte ich keine Zeit für das Panel Was heißt schon NC?, doch aus der Beschreibung habe ich entnommen, dass es dabei auch nur darum ging, wie der Künstler selbst Geld mit unter NC-Bedingungen lizenzierten Werken verdienen kann. Das ist, mit Verlaub, eine ziemlich egoistische Haltung, die so gar nicht mit dem Gedanken von freier Kultur zusammenpassen will.

Ich bin erst neulich selbst darauf gestoßen, wegen eines Hinweises bei Felix Neumann. Er verlinkt da einen Artikel, der nicht nur ihm, sondern auch mir vor Augen geführt hat, dass das völliger Quatsch ist, mit den NC-Lizenzen. Eine SA (Share alike) reicht absolut aus. Denn jeder, der solche Inhalte nimmt und sie zu Geld machen will, muss diese wiederum unter einer mindestens gleich freien Lizenz vertreiben. Das heißt: er kann zwar Geld dafür verlangen, aber das, was er verkaufen will, muss zwangsläufig wieder frei kopierbar sein. Daraus folgen einige wichtige Dinge.

Zum einen kann keine Kultursenke entstehen, wo freies Kulturgut hinein gerät und für den freiheitlichen Kulturmarkt verloren ist. Die Werke bleiben frei.

Zum anderen ermöglicht es dieses Modell aber auch, dass jemand, der eine richtig gute Idee hat, wie man aus einem Werk Kapital schlagen kann, weil er es auf bestimmte Weise erweitert, oder Dienste drumherum anbietet o.ä. das einfach tun kann. Hier kann freie Kunst auf eine weitere Art helfen, Kreativität anzuregen, ohne unnötige Schranken aufzubauen. Denn dem Künstler wird ja nichts vorenthalten. Er hat selbst bestimmte Ideen, wie von seinem Zeug leben kann (oder auch nicht, will es aber trotzdem nicht lassen). Warum sollte er jemandem verbieten wollen, eigene Ideen zu entwickeln. Es muss doch nicht immer jeder allumfassend genial sein. Das hat auch was mit remixen und dem Aufgreifen vorhandener Dinge zu tun.

Zum dritten können NC-Lizenzen erhebliche Probleme für den ganz normalen Website- oder Blogbetreiber aufwerfen. Sobald nämlich jemand Werbung einblendet, um sich die monatlichen Kosten für den Server wieder annähernd reinzuholen, oder einen Flattr-Button (gibt's auch hier im Blog :) ) einbindet, kann das als kommerziell gelten. Damit würden eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten von freien Kulturgütern wegfallen und umgekehrt auch dem Urheber eine geringere Verbreitung bescheren.

Alles in Allem also: NC-Lizenzen sind schlecht. Denkt daran.

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