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Schlagworte: cory doctorow

Die Liste III

Hier sind wieder meine wöchentlichen Empfehlungen:

→ The pursuit of happiness (Kris Köhntopp)
Ein Querschnitt über Ansätze, Gesellschaft neu zu denken. Stichworte: Bedingungsloses Grundeinkommen, Unmöglichkeit der Vollbeschäftigung, soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit/Ungleichheit usw. Viele Links, Lesevorschläge, Videos, Infografiken.
→ Die Auswirkungen des technischen Fortschritts auf die menschliche Arbeit (Martin Weigert bei netzwertig.com)
Martin Weigert haut in die gleiche Kerbe wie Kris. Die Fortschreitende Automatisierung und Computerisierung vernichtet mehr Arbeitsplätze als sie schafft. Das zwingt zum Umdenken.
→ Angst essen Freiheit auf (Sascha Lobo bei Spiegel Online)
Sascha Lobo greift ein sehr sehr drängendes Thema auf, das natürlich unter dem ganzen Wulff-Ablenkungsmanöver schön unter den Tisch zu fallen droht: Die Vorratsdatenspeicherung a.k.a. Mindestspeicherfrist (BMI / Hans-Peter Friedrich). Nachdem das Bundesverfassungsgericht zu feige oder zu dämlich war, den ganzen Mist vollständig zu verbieten, wird in den letzten Wochen und Monaten besonders von der CDU / CSU (aber auch gern mal von der SPD) immer stärker darauf gedrängt, eine Neuregelung für die Vernichtung Briefgeheimnis-ähnlicher Zustände im deutschen Internet zu treffen. Aber ein Glück! Wir lernen bei der CDU: Es geht nicht darum, dass wir zu einem Überwachungsstaat werden, sondern lediglich darum, zu speichern, wer wann mit wem und wo telefoniert hat. Ja, da können wir doch beruhigt sein! Jeder, der auch nur ansatzweise verstanden hat, was das bedeutet, muss sich aktiv für ein Verbot der Vorratsdatenspeicherung einsetzen. Völlig egal, unter welchem hirnrissigen Namen sie gerade firmiert.
→ Der kommende Krieg gegen universelle Computer (Text eines Vortrags von Cory Doctorow, transkribiert von Joshua Wise, übersetzt von Christian Wöhrl, gefunden bei Herrn Kaliban)
Man kann sich auch gern das Video des Vortrags ansehen. Doctorow beschreibt, dass die sogenannten Copyright-Wars nur eine Vorstufe dessen sind, was uns erwartet. Computer können prinzipiell beliebige Programme ausführen (es sind universelle Maschinen), aber diese Tatsache macht es bestimmten Leuten schwierig, Geld in der Menge zu verdienen, wie sie es gern hätten. Das würde nur funktionieren, wenn die Computer, die wir in die Hände bekommen, immer ärger in ihren Fähigkeiten beschnitten wären, bzw. richtiger: wenn es per Gesetz verboten würde, Computer so einzusetzen, wie der Benutzer es möchte. Das Problem ist aber, dass man mit solchen Verboten unabschätzbar mehr Schaden anrichtet, als sich die Gesetzgeber derzeit ausmalen können. Denn es geht immer um grundlegende Funktionen von Computern und deren Vernetzungen, von denen wir mittlerweile abhängen. Alles in allem aber ein leicht verständlicher Vortrag, der schön den Problemkomplex schildert.
→ Selbstkritik 2011 – alles in allem (Benjamin Birkenhake)
Ach, den ben_ lese ich sowieso immer gerne in seiner Unaufgeregtheit. Seine Vor- und Rückblicke sind in der Regel besonders lesenswert. Und wenn nicht für den ganzen Rest des Beitrags, dann lohnt sich der Besuch allein für den Ausruf: Ein Erdbeben hat mir den Atomaustieg gebracht, für den eine ganze Partei, ein ganze Gegenkultur 30 Jahre lang gekämpft hat. Ein Erdbeben. Kein Politiker. Ich werden nicht von Menschen regiert sondern von Naturgewalten. Herrlich.
→ Der Fefe der Woche
Arschform-Biometrie als Autodiebstahlschutz

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