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Kategorie: All- und Unzusammenhängendes

Assoziation zu Kafka

Schon seit langer Zeit, vielleicht schon seit Beginn ihrer Künstlerlaufbahn, kämpft Josefine darum, daß sie mit Rücksicht auf ihren Gesang von jeder Arbeit befreit werde; man solle ihr also die Sorge um das tägliche Brot und alles, was sonst mit unserem Existenzkampf verbunden ist, abnehmen und es – wahrscheinlich – auf das Volk als Ganzes überwälzen. Ein schnell Begeisterter – es fanden sich auch solche – könnte schon allein aus der Sonderbarkeit dieser Forderung, aus der Geistesverfassung, die eine solche Forderung auszudenken imstande ist, auf deren innere Berechtigung schließen. Unser Volk zieht aber andere Schlüsse, und lehnt ruhig die Forderung ab.

Aus: Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse

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Gute Vorsätze

Eigentlich bin ich ja nicht so der Vertreter von guten Vorsätzen. Wenn man was ändern will, sollte man’s einfach machen und das nicht an einen Jahreswechsel binden. Trotzdem kann auch ich nicht ganz umhin, an Silvester reflektierenderweise zu überlegen, ob ich mir für das nächste Jahr etwas vornehmen will.

Das nächste Jahr wird für mich ein sehr aufregendes, besonderes Jahr und zwar aus zwei Hauptgründen:

  1. Ich werde heiraten. Und zwar das wundervollste Wesen der Welt, was mich so ungefähr zum glücklichsten Wesen der Welt macht.
  2. Ich werde *klopfaufholz* mein Studium abschließen. Heute ist der Brief vom Prüfungsamt gekommen, der meine Anmeldung zur Prüfung offziell bestätigt, ich komme also nicht mehr aus der Sache raus. Das ist wohl auch ganz gut so, denn ohne Druck kann ich nicht arbeiten.

Diese beiden Hauptsachen werden mich in den nächsten sechs Monaten vermutlich vollständig auslasten. Deshalb ist der erste und wichtigste Vorsatz: Ich möchte trotz allen Stresses weiterhin für meine Freunde und meine Liebste da sein und Zeit mit ihnen verbringen und mich nicht von dem auffressen lassen, was ich sonst so zu stemmen habe.

Etwas anderes, das mir wichtig ist: Ich werde meinen Konsum von Tierprodukten weiterhin einschränken. Seit fast einem Jahr esse ich kein Fleisch mehr (und ja, ihr Pseudo-„Vegetarier“, das bedeutet: kein Wild, kein Rind, kein Schwein, kein Geflügel, kein Fisch, keine Meeresfrüchte und auch keine anderen Tiere. Kein. Fleisch.) und seit einigen Wochen haben wir auch begonnen, unseren eh schon relativ niedrigen Konsum von Milch, Eiern usw. weiter entspannt Richtung Null zu fahren. Das finde ich ziemlich gut, kann damit hervorragend leben und mich ernähren und sehr köstliche Sachen essen.

Der dritte Vorsatz: Ich werde mehr bloggen. Ich hoffe, dass auch mein neues Telefon dazu beitragen wird, aber ich muss mir die Zeit einfach nehmen, weil es mir wirklich Spaß macht und man mit niemandem so gut in der Debatte seine Argumente schärfen kann, wie mit einem Fremden (in der Kommentarspalte).

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Ich will die Info, sobald sie existiert

Nur eine kleine Notiz. Vor einiger Zeit habe ich mich über das Vorabtwittern des Ergebnisses der Bundespräsidentenwahl ausgelassen und behauptet, dass es unabhängig von ritualisierten Zeremonien nicht mehr angemessen ist, solcherart Informationen künstlich zurück zu halten, nachdem sie bereits das Licht der Welt erblickt haben. Wir können schneller kommunizieren, also tun wir es doch auch.

Da bin ich doch froh, dass man das im Bundeskanzleramt ähnlich sieht! Die traditionelle Neujahrsansprache des Bundeskanzlers (ungegendert) wird bekanntlich vorher aufgezeichnet und am Silvesterabend ausgestrahlt. Unabhängig von dieser Fernsehzeremonie ist bereits seit mindestens 00:06 vergangene Nacht eine grobe Inhaltsangabe auf tagesschau.de zu lesen. Darunter steht der Hinweis auf die Fernsehausstrahlung um 20:10 und darauf, dass das Video Bereits gegen 18 Uhr auf tagesschau.de zu sehen sein wird.

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Nachtlektüre

Bin gerade beim Schockwellenreiter auf den Kommenden Aufstand gestoßen und habe spätestens nach der folgenden Passage und lautem Auflachen beschlossen, mir das mal zu geben.

Die Rundreise durch das trostlose Existieren der Metropole ist Auklärung nicht im mythischen, sondern im militärischen Sinne: die Klärung eines gemeinsamen Ausgangspunktes, der operativen Bedingungen einer Real-Exit-Strategie aus der globalen Misere, und nicht zuletzt der praktischen Hebel, die uns in diesem Kampf zur Verfügung stehen.

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