kritikant

laut nachgedacht

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Endlich wieder backspace im Firefox

Ich weiß auch nicht. Früher ging das immer auf meinen Linuxen. Das liebgewonnene Verhalten der Browser, einen Schritt in der History zurückzugehen, wenn man auf die Rücktaste drückt. Irgendwann™ funktionierte das bei mir nicht mehr und seitdem habe ich immer mühsam die Maus benutzt. Je schneller man auf der Tastatur ist und je mehr man sich an Konsole, mutt, vim und Konsorten gewöhnt, desto nervtötender ist das aber. Und gestern habe ich nochmal ein bisschen gegooglet geduckt und die Lösung gefunden: mittels about:config, dem Ungetüm, in dem man nur findet, von dem man weiß, wie es heißt, den Eintrag browser.backspace_action auf "0" setzen. Sofort kann die Maus wieder auf den Speicher gebracht werden.

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Assoziation zu Kafka

Schon seit langer Zeit, vielleicht schon seit Beginn ihrer Künstlerlaufbahn, kämpft Josefine darum, daß sie mit Rücksicht auf ihren Gesang von jeder Arbeit befreit werde; man solle ihr also die Sorge um das tägliche Brot und alles, was sonst mit unserem Existenzkampf verbunden ist, abnehmen und es – wahrscheinlich – auf das Volk als Ganzes überwälzen. Ein schnell Begeisterter – es fanden sich auch solche – könnte schon allein aus der Sonderbarkeit dieser Forderung, aus der Geistesverfassung, die eine solche Forderung auszudenken imstande ist, auf deren innere Berechtigung schließen. Unser Volk zieht aber andere Schlüsse, und lehnt ruhig die Forderung ab.

Aus: Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse

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Auf die Straße

Anti-AKW-Demo in Köln

Ja, wir waren auch dabei. Ich habe sogar dank der Spendenlaune meiner Liebsten einen Button bekommen. Es ist beeindruckend, wieviele Menschen motiviert genug waren, gestern auf die Straße zu gehen. Mit jeder Menge lustigen, mahnenden aber auch bissigen Plakaten. Dem Brüderle sein Schwesterlein, legt uns nach der Wahl herein. z.B.

Beeindruckend fand ich auch, dass die Leute wirklich einen sehr repräsentativen Schnitt durch die Bevölkerung abgaben und außerdem ziemlich viele Familien mit kleinen oder auch nicht mehr ganz so kleinen Kindern dabei waren. Es erinnerte mich sehr an die Bilder von den Anti-AKW-Demos in den 80ern. Es geht bei diesem Anliegen eben nicht um ein paar Aktivisten, die schon immer dagegen waren, weil dagegen irgendwie angesagt ist, sondern es ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis nach Schutz vor gesundheits- und lebensgefährdenden Technologien, besonders auch für die eigenen Kinder.

Anti-AKW-Demo in Köln

Nicht nur aber auch angesichts der Meldungen des Morgens, dass in Fukushima Strahlungswerte gemessen werden, die 2- bis 10-millionenmal so hoch sind wie normal, dass wieder verstrahlte Helfer aus dem Werk ins Krankenhaus transportiert und die restlichen erst mal evakuiert werden mussten, sollte jeder, der gestern aus Bequemlichkeit zuhause geblieben ist, eine verdammt gute Ausrede dafür haben.

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Ist Wahrscheinlichkeit ein Argument?

Mir ist dieser Tage aufgefallen, dass die Gegner von Atomkraftwerken (wir) damit argumentieren, wie grauenvoll die Folgen bei einem Unfall sind. Die Befürworter auf der anderen Seite führen an, dass die Wahrscheinlichkeit für so ein Szenario verschwindend gering, wenn auch vorhanden ist; 100%ige Sicherheit habe man aber nie im Leben.

Interessanterweise verläuft die Argumentation genau anders herum, wenn es um die innere Sicherheit geht. Da rufen die Anderen nach absoluter Sicherheit und weitreichenden Kontrollen, weil die Folgen eines Anschlags potentiell viele Menschenleben kosten können. Wir dagegen sagen, dass man nun mal nicht absolut sicher sein kann, die Wahrscheinlichkeit bzw. Häufigkeit eines Anschlags sei aber eben vernachlässigbar gering.

Durch was unterscheiden sich die beiden Fälle von einander? Gibt es Faktoren oder Argumente, die viel schwerer wiegen als das Wahrscheinlichkeitsargument auf der einen und das Katastrophale-Folgen-Argument auf der anderen Seite? Ich bin noch nicht fertig damit, darüber nachzudenken. Hat jemand Ideen?

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